Verein für Deutsche Spitze e.V.

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Hallo, hier ist wieder Aila.

2015 ist so einiges passiert, davon will ich euch berichten. Im November 2014 bin ich mit meinem Herrchen von Trochtelfingen in den Schwarzwald gezogen. In der neuen Wohnung fühlte ich mich anfangs nicht so wohl, da alles etwas enger und kleiner war. In der Zwischenzeit aber habe ich mich eingewöhnt, und da es hier auch so leckeres Fressen gibt wie zuvor habe ich etwas zugelegt. Herrchen läuft jetzt jeden Tag dreimal mit mir, und er spart mit Essen damit ich wieder etwas schlanker werde. Schnief. Die Mesner waren so nett zu mir, dass ich jeden Gottesdienst mindestens ein Wiener Würstchen bekam. Das wurde nun leider von Herrchen gestrichen.

 

Die neuen Laufwege mussten wir beide gemeinsam erkunden: steil den Berg hinauf zum Zeller Tiergehege, den Waldlehrpfad entlang oder zur Friedrichshöhe hinauf, und dann zum Pfarrbüro. Auch die Wanderwege hier in der Umgebung haben wir beide geschafft. Zum Glück hat er mich immer dabei damit ich ihn warnen kann wenn der Blutzucker rasch absinkt. Dann gibt’s immer etwas kleines Leckeres zum Fressen, auch für mich. Hm…

Samstags haben wir uns anfangs öfters verlaufen, da es mal Weg gab und dann war da plötzlich eine Felswand und es ging nicht mehr weiter. Alles wieder zurück und im Schnee – da war es immer am besten. Durch den Schnee zu rennen, zu wälzen und sich an der Kälte zu freuen. Es riecht überall so herrlich nach Wild, Katze oder Hunden. Toll.

2015 ging ich ganze 3 Monate lang nach Bad Krozingen und musste für den Hundeführerschein Stufe zwei üben. Laufen mit und ohne Leine, Rückruf im Kurpark, das Laufen neben Herrchen durch die Fußgängerpassage, das Betreten der Geschäfte, das Fahren mit dem Lift am Bahnhof. Mensch, das war anstrengend, oder auch das Laufen durch den Kurpark, immer bei Herrchen bleiben, Befehle ausführen: Sitz, Platz und Bleib musste ich tun und durfte nicht umher rennen und die herzkranken Besucher mit ihren Laufstöcken beschnuppern.

Im August haben wir beide dann die Prüfung bestanden – Theorie 100 %, und bei Praxis, da war ich gefragt: auf dem Hundeplatz saß ich und musste warten, ganze 10 Minuten, dann durfte ich Futter nicht fressen beim Befehl „NEIN“, das hatten wir beide ja ausreichend geübt. Am Abend war Herrchen glücklich und froh, denn das war die letzte Hürde vor der wichtigen Assistenzhunde-nachprüfung. Die gibt es alle drei Jahre, und ich muss anzeigen, ob ich Herrchen richtig begleite und ihn warne bevor er bewusstlos wird.

2 Tage danach wurde ich läufig. Herrchen ging morgens um 10 Uhr mit mir laufen und nachts um 23 Uhr, da trafen wir auf keine Rüden …

In Zell bin ich allerdings schon dreimal von Hunden gebissen worden, und daher ist das Laufen mit Herrchen nicht immer leicht. Er hat immer Angst um mich, dass ich schon wieder von einem so großen Hund gebissen werde. Am Palmsonntag legte mich ein Cursinu auf den Rücken und biss mir in den Hinterlauf. Das musste geklammert werden, und ich musste 2 Wochen mit einer unbequemen Halskrause herumlaufen. Den Kommentar von Hundebesitzern "Mein Hund macht nix", den kann Herrchen kaum mehr hören.

Bei jeder Hundebegegnung lenkt er mich nun ab und wartet bis der andere Hund weg ist. Zum Glück gehen wir weiterhin in die Hundeschule, dort kann ich dann mit 5 anderen Hunden spielen und Obedience lernen. Mensch, das ist aber richtig anstrengend. Immer neben Herrchen laufen, Körpersprache und Bewegung muss stimmen, springen über Hindernisse, Kommandos auf Befehl zu tun…

Im November 2015 war dann Team-Check – es ging ganz früh los: 5:40 Uhr aufstehen, zuerst laufen, dann die Fahrt an den Bahnhof Badischer Bahnhof Basel, einsteigen, DB lässt grüßen: Stolperfalle Treppen im ICE, Herrchen musste mich reintragen. Dann ging es in den Zug, zum Glück hatten wir reservierte Plätze, aber die Wagenaufstellung hat die DB zuvor gewechselt und nicht angesagt und wir beide mussten von vorne ganz nach hinten durch den Zug laufen. Herrchen war richtig fertig, zum Glück ging alles gut, er hat ja mich, die auf ihn aufpasst. Endlich 20 Minuten später hatten wir unseren Platz und es ging Richtung Hannover.

Im Zug war es aber schon ziemlich eng und ich konnte kaum meinen Morgenschlaf tun, weil es immer wieder Menschen gab, die sich durch die Reihen zwängten und fast auf meine Pfoten traten. Ich versuchte zu schlafen, und Herrchen las in einem Buch.

In Hannover waren gerade die Anschläge gewesen, und überall war Polizei. Endlich nach langem Suchen fanden wir ein Taxi, und die Fahrt ging durch Hannover bis zum Hotel. Dann haben wir beide im Schneetreiben die Umgebung erkundet.

Abends fing dann die Nachprüfung an. Der Prüfer kam ans Hotel und wir gingen zusammen in einen Blumenladen. Ich war ziemlich aufgeregt, und Herrchen erst...! Aber wir beide liefen los und stiegen dann in die Straßenbahn, fuhren durch Hannover und betraten ein Cafe, dort musste ich bei Herrchen bleiben. Nach 2 Stunden waren wir beide endlich wieder im Hotelzimmer, und nach dem Abendlauf war ich so müde, dass ich bis um 7 Uhr durchgeschlafen habe.

Morgens um 7 Uhr der Morgenspaziergang, und dann ging die Prüfung weiter. Herrchen war so schnell gelaufen, dass er einen Unterzucker (Hypo) hatte, ich bellte und zeigte an, BZ gemessen und der Prüfer war zufrieden, und es gab den neuen Ausweis „Assistenzhund Hypo-Hund“ für weitere drei Jahre.

Nun habe ich Ruhe bis 2018. Wenn ich dann die letzte Prüfung bestehe, hurra, dann bin ich lebenslang ein Assistenzhund.

Die Rückreise ging viel besser, da der Zug nachmittags nicht so voll war, und ich hatte Platz zum Schlafen.

Viele Grüße von Aila May und Frank Malzacher aus dem Schwarzwald!

 

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